Pfarreiengemeinschaft St. Maria Landau

Sakramentalien

Christliches Sterben

Selig die Trauernden...

Der Tod ist ein Schnitt.
Er trennt Menschen.
Er zerschneidet Bindungen.
Er zerbricht Herzen.
Manchmal plötzlich und unvorbereitet,
manchmal langsam und vorbereitet.
Der Tod tut weh.
Abschied und Trennung schmerzen.
Tränen und Trauer,
Weinen und Klagen gehören zum Tod.


...denn sie werden getröstet werden.

Doch es gibt Trost.
Den Trost durch Menschen
in ihren Gesten der Anteilnahme und des Mitleids.
Den Trost durch den Glauben
mit seinen österlichen Bildern
der Hoffnung und Verwandlung.
Den Trost der Gemeinschaft der Kirche
in ihren Gebeten und gottesdienstlichen Feiern.
Den Trost durch die Tradition
mit ihrem Brauchtum und ihren Ritualen.


Der Trauer eine Form zu geben und die tröstende Kraft des Glaubens zu erleben, dazu wollen die vorliegenden Gedanken und
Anregungen eine Hilfe sein.

Zum Begriff "Sakramentalien"

Als Sakramentalien bezeichnet man die von der Kirche eingesetzten heiligen Zeichen, die dazu bestimmt sind, die Menschen auf den Empfang der Frucht der Sakramente vorzubereiten und die verschiedenen Lebensumstände zu heiligen.
(Aus: Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1677)

Die kirchliche Begräbnisfeier

Als Christen verabschieden wir uns von den Verstorbenen bei der kirchlichen Begräbnisfeier. In ihr vertrauen wir sie der Liebe Gottes an. Wir tun es in der Überzeugung, dass wir über den Tod hinaus miteinander verbunden bleiben.

Wir unterscheiden die Erdbestattung und die Feuerbestattung.

Die kirchliche Erdbestattung

In der Regel findet die Erdbestattung in drei Stationen statt:

in der Kirche
in der Aussegnungshalle
am Grab



In der Kirche

Die Eucharistiefeier für die Verstorbenen, auch Begräbnismesse oder Requiem genannt, ist das Kernstück christlichen Totengedenkens. Wir feiern die Mitte unseres Glaubens, indem wir des Todes und der Auferstehung Jesu Christi gedenken und Dank sagen für unsere Hoffnung auf ewiges Leben. In der Eucharistie wissen sich Christen mit ihren Verstorbenen verbunden.

Für die Eucharistiefeier wird die Osterkerze am Altar entzündet. Sie ist Sinnbild des Auferstandenen.

Nicht immer kann die Eucharistiefeier unmittelbar mit der Beerdigung verbunden werden. Sie wird dann zu einem anderen Zeitpunkt in der Pfarrkirche gefeiert. Wenn am Beerdigungstag keine Begräbnismesse stattfinden kann, wird häufig ein Wortgottesdienst gefeiert.


In der Aussegnungshalle

Die trauernden Angehörigen und die versammelte Gemeinde verabschieden sich am Sarg von der/dem Verstorbenen. Das Besprengen des Sarges mit Weihwasser, der gebetete Psalm, die Bittrufe und das abschließende Gebet machen deutlich, dass unsere Verstorbenen bei Gott geborgen sind und wir mit ihnen über den Tod hinaus verbunden bleiben.

In einer Prozession, bei der das Kreuz vorausgetragen wird, geleitet die Trauergemeinde den Sarg zum Grab. Dieser Weg soll im gemeinsamen oder stillen Gebet gegangen werden.

Am Grab

Nach dem Segnen des Grabes und einem einleitenden Gebet wird der Sarg ins Grab gesenkt:

Zelebrant:
Wir übergeben den Leib der Erde. Christus, der von den Toten auferstanden ist, wird auch unsern Bruder/unsere Schwester ... zum Leben erwecken.

Es folgen Schriftlesung und Ansprache, falls sie in der Kirche oder Aussegnungshalle nicht gehalten werden konnten. Das Sterben des Menschen und die christliche Hoffnung auf Auferstehung stehen dabei im Mittelpunkt.

Diese Wirklichkeit wird in den Symbolen von Weihwasser und Weihrauch bewusst gemacht. Das Besprengen mit Weihwasser weist darauf hin, dass der Christ bereits durch die Taufe für das ewige Leben bestimmt wurde. Weihrauch ist ein Zeichen der Ehrung. Er erinnert daran, dass der/die Verstorbene in der Taufe Tempel des Heiligen Geistes geworden ist.

Es folgen die Zeichen von Erde und Kreuz.
Das Werfen der Erde auf den Sarg im Grab macht deutlich, dass der Mensch von der Erde genommen ist und zur Erde zurückkehrt. Das Kreuz wird als Zeichen des Glaubens an die Auferstehung über dem Grab aufgerichtet.

Jetzt bringt die Gemeinde in einem entsprechenden Gesang (z.B. Christ ist erstanden, GL 213) oder im Glaubensbekenntnis ihre Hoffnung und Zuversicht auf die Auferstehung der Toten zum Ausdruck.

Es folgen die Gebete für Verstorbene und Lebende:
Fürbitten, Vater unser, Schlussgebet und das Gegrüßet seist du, Maria. Die Feier am Grab schließt mit dem Segenswort:

Zelebrant: Herr, gib ihm/ihr und allen Verstorbenendie ewige Ruhe.
Alle: Und das ewige Licht leuchte ihnen.
Zelebrant: Lass sie ruhen in Frieden.
Alle: Amen.


Im Anschluss an die Bestattungsliturgie können Abschiedsworte gesprochen werden. Dann ist Gelegenheit für alle Anwesenden, sich von dem/der Verstorbenen zu verabschieden, indem sie den Sarg mit Weihwasser besprengen. Andere ortsübliche und persönliche Zeichen haben hier ihren Platz. Den Angehörigen wird das Beileid ausgesprochen.

Musik

Die Feier der Eucharistie in der Kirche wurzelt im Gedächtnis des Todes und der Auferstehung Jesu Christi. Die Lieder und Musikstücke sind deshalb darauf ausgerichtet. Die musikalische Gestaltung in der Aussegnungshalle und am Grab sollte dem Anlass angemessen sein. Bei der Auswahl sind die Seelsorger gerne behilflich.

Bitte scheuen Sie sich nicht, uns anzurufen (Tel. 0 63 41 - 40 71 ).

Die Zeit der Trauer


Wenn ein Mensch stirbt, wenn jemand von uns geht, nach einem großen Verlust oder Zusammenbruch kommt die Zeit der Trauer. Unsere Seele weiß um deren Tiefe und um das Ausmaß des Schmerzes. Und sie bedarf einer Heilung und einer Versöhnung.

Angehörige stehen vielleicht vor einer großen Lebensaufgabe: Abschiednehmen und Loslassen. Fassaden brechen zusammen und Werte werden infrage gestellt. Trauer ist oft der Auslöser für eine tiefgehende Krise, ein Weg, der viel Zeit benötigt. Denn trauern heißt: Abschied nehmen und das Leben neu lernen. In der Trauer lebt die Liebe weiter.

Wenn der Trauer nicht genügend Raum und Zeit gegeben wird, bleibt der Schmerz des Todes unerlöst. Und der Tod geht nicht aus dem Haus. Wir können die Toten erst lassen, wenn sie von uns gewürdigt und wir durch sie gesegnet sind. Dann ziehen sie sich still zurück und wir können uns neu dem Leben zuwenden, das uns noch für eine Weile gegeben ist. Unsere Toten brauchen ihren Platz. Wenn sie in Zugehörigkeit aufgenommen sind, können sie den Lebenden Kraft geben.

In der Achtung vor den Toten und deren Schicksal liegt Heilung und Versöhnung. Das Trauern um sie kann eine sehr heilende und versöhnende Wirkung haben. Hier wächst die Gemeinschaft der Lebenden und der Toten.

Das Trauern wird heute schwer gemacht. Viele der alten Bräuche und Sitten sind nicht mehr erlebbar. Doch es bedarf der Rituale, die auf dem Trauerweg eine große Hilfe sein können. Es sind Zeichen der Liebe, wenn wir ein Bild unserer Verstorbenen betrachten und für sie eine Kerze anzünden. Das gemeinsame Essen nach der Bestattung schafft den Rahmen für Erzählungen und Erinnerungen. Ein Grabbesuch zu bestimmten Anlässen erneuert die Verbundenheit mit ihnen und sichert ihren Platz. Die Pflege und der Schmuck der Gräber würdigt diese als Ort der Trauer.

Wir gedenken unserer Verstorbenen in unserem Gebet, in unseren Tränen und in unserer Sehnsucht. Bei jedem Gedenkgottesdienst zeigen wir, dass unsere Hoffnung über den Tod hinausgeht.

Auf jede Form des Verlustes ist Trauer eine natürliche und normale Reaktion und ein angemessenes Gefühl. Trauer ist keine Krankheit. Trauer will gelebt sein und braucht dafür Erlaubnis, Raum, Schutz und Zeit. Trauer hat viele Gesichter. Oft ist sie noch mit anderen Gefühlen vermischt. Es zeigt sich ein Gefühlschaos aus Niedergeschlagenheit, Verzweiflung, Ratlosigkeit, Ärger, Wut, Zorn, Schuldgefühlen und Aggressionen. Quälende Erinnerungen und Gedanken der Hoffnungs- und Sinnlosigkeit verstärken dies.

Eine nicht vollzogene Trauer kann das Tor zur Depression sein. Viele depressive Verstimmtheiten und auch körperliche Beschwerden sind Folge einer nicht durchlebten und nicht vollzogenen Trauer. Auch ein nicht zugelassener Schmerz behindert den Trauerprozess.

Jeder lebt seine Trauer so, wie es für ihn angemessen und gemäß ist. Manchmal bedarf es einer Begleitung. Das Wissen um andere, die ebenfalls einen Trauerweg gehen, kann Trost und Halt schenken. Hier erwächst die Möglichkeit, im Gespräch Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam in die Welt der Erinnerungen einzutreten.

Diese Hilfe ist durch Seelsorger und Seelsorgerinnen in den Pfarrgemeinden erfahrbar: In dem Trauergespräch, das vor der Bestattung stattfindet, und auch in der nachfolgenden Zeit der Trauerbegleitung. Darüber hinaus gibt es wertvolle und hilfreiche Angebote von Trauergruppen: in Pfarrgemeinden, in Hospizgruppen und -vereinen, in katholischen Bildungswerken.

Wenn die Belastungen sehr intensiv sind und über einen längeren Zeitraum anhalten, ist es ratsam, sich fachliche Unterstützung und Behandlung zu suchen. Das Ziel wird dabei sein, wieder ins Einverständnis mit dem Leben zu kommen: mit all dem, was jetzt ist.

Das geschieht auf einer Ebene, in der es kein Alleinsein mehr gibt, denn in unserem Wesen sind wir alle miteinander verbunden – auch mit unseren Toten.

Die Brücke zwischen dem Land der Lebenden und dem Land der Toten ist die Liebe. Nach dem Verlust eines geliebten Menschen ist die Trauer oftmals die einzige Möglichkeit, um diese Liebe fortzusetzen.

In der Emmaus-Geschichte wird die Bitte ausgesprochen: "Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden" (Lk 24,29). Das ist eine Grunderfahrung, die alle Trauernden nachsprechen können. Denn es sind Wege, die gegangen werden müssen. Und irgendwann – nach vielen Tränen und großem Schmerz – werden aus den Trauerwegen wieder neue Lebenswege. Und Trauererfahrung verwandelt sich in Auferstehungsgewissheit.

So kann ich dann meinem eigenen Tod zustimmen und ihn willkommen heißen, wenn die Zeit dafür reif ist.

Trauergespräch

Gespräch mit dem Seelsorger/mit der Seelsorgerin

Für die Vorbereitung einer kirchlichen Begräbnisfeier ist das Trauergespräch mit dem zuständigen Seelsorger wichtig. Man trifft sich im Pfarrhaus oder bei den Angehörigen zu Hause.

Die Hinterbliebenen berichten von Leben und Sterben ihres Toten, von seinem Wesen und Charakter, von Glauben und Werten. Es wird genügend Zeit sein, dass sie von ihrer Trauer, von Schmerz und auch von Dankbarkeit erzählen können. Dieses Gespräch zwischen Tod und Begräbnis tut den Angehörigen gut. Und auch für den Seelsorger selbst ist das Hören wichtig. Denn nur dann kann er die rechten Worte für die Predigt und die Auswahl der Texte beim Begräbnis finden.

Auch die Gestaltung der Begräbnismesse, der Beerdigung bzw. der Feuerbestattung kann gemeinsam besprochen werden: die Auswahl der biblischen Lesungen; Lieder, Gesänge und Musik; Inhalt des Fürbittgebetes; ob jemand aus der Verwandtschaft Lektor/ Lektorin macht u.a.m.